Latest Work
2016–2019






Ellen Bratfisch 1/1 HC, 2019+ art by minimal means, priceless





This ongoing work is an experiment in minimalism and serves the purpose of identifying art as a most natural part of ourselves and our everyday life.

To achieve this, I established some rules:
1. It must be done quickly.
2. It must be done on the first try.
3. It must be made of everyday material or re-use a material in a common way.
4. No finishing or improvement allowed.
5. Avoid everything that makes it special or outstanding.
6. No copies, no editions.
7. It must be re-distributed in public.

In order to emphasize my concept of art as a service to all, the pieces are given away for free.



Another Brick Off The Wall, 2018+ intervention by performance




[1] Six lettered plaques were put on walls in public space explain each one way of fighting a wall. The instructions either personify the wall as a living being or identify the wall as human-made. Thus being contradictory to the evident nature of physical walls and the usual reflex of keeping them up they shall make a humorous link to the reader's personal experience in overcoming obstacles and induce reflection on the WHERE and WHY of the walls around us. [2] Meant as an itinerary, the plaques also indicate the next steps of the project. The instructions of some plaques are executed in performances: Melt a wall Corrode a wall Give a wall new perspectives


Rumors, 2019
installation of formed plastics in lobby






Was wenn geschenkt, 2018 inkjet prints with sticky notes in plastic bags






Der rote Faden, 2018 installation of concrete elements with cord and audio piece





This work deals with the confusion that results from not being allowed to enter or cross a terrain. The limit necessarily enforces a shift of perception that I wanted to initiate in the visitor. It is inspired by my own experiences, notably those under communism.



Bitte, 2016
intervention, book page underneath crucifix, Madonna del Sasso, Locarno





On Whit monday morning, I put a page from Anna Gavalda's book Zusammen ist man weniger allein clandestinely beneath the crucifix in the stairway to the pilgrimage church, giving it the function of a fictitious petition of the Lord. It says: «If I'm not back within an hour could you please come and look for me?» (transl.) The place was secretely filmed for 1.5 hours by a pre-installed cam. The cam shots resulted in a 25 min. movie first shown on 27th july 2016.



Treten Sie mir nahe, 2016 performance over distance




The work creates a first contact situation between two people, a local and a foreigner. While normally the local is save and kind of secluded/withdrawn in his social network the foreigner is challenged to expose himself in front of him and the community. Treten Sie mir nahe swaps places and invites the local visitor to step in front of the foreigner who is save in a separate room, communicating only through a camera and micro/speakers. 


Info 






Ellen Bratfisch (GDR, 1976) currently works in Switzerland


Ellen Bratfisch was born and raised in Germany and moved to Switzerland in 2007. She studied at FSU and ZHdK. Her work is of conceptual nature and deals with de-/limitation matters. Thinking of art as a service to all, she implements her work in public spaces and thus tries to release it from the institution and the doctrine of perpetuation as well.






Einige Punkte zu meinem Interesse an Kunst im öffentlichen Raum (Auszug)


Meine Themen

In meiner Arbeit interessieren mich besonders Fragen der Be- und Entgrenzung und des Ephemeren. Dabei geht es sowohl um innere/mentale Grenzen als auch Grenzen als räumliche Hindernisse. Zentral ist für mich in beiden Fällen die Frage nach der Motivation, aus der wir uns Grenzen schaffen und wie Be- und Entgrenzung in unseren Gedanken und Gefühlen funktionieren. Welche Rolle spielen biologische Gegebenheiten wie z. B. die persönliche Aufmerksamkeitsspanne oder archaische Programme und wo treffen wir eine bewusste Entscheidung? (Beispiele dafür sind meine Arbeiten THE PETITION (2016), ANOTHER BRICK OFF THE WALL (2018+) und DER ROTE FADEN (2018).) Das Ephemere ist für mich die nächsthöhere Ebene, die es mir ermöglicht, die Dinge durch die zeitliche Komponente nochmals in eine andere Beziehung zu setzen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten (exemplarisch dafür ist THE PETITION von 2016).

(…) Erste Schritte in diese Richtung habe ich mit meinem Projekt TRETEN SIE MIR NAHE (2016) unternommen, wo es um eine zwischenmenschliche Begegnung eines Fremden und eines Einheimischen auf mehreren Ebenen geht: einer visuellen, einer akustischen und einer haptischen, die die eigenen Grenzen und jene des Gegenübers gleichzeitig erlebbar machen sollten. Diese Arbeit (…) hat mir im Nachhinein gezeigt, dass ich (…) einen noch direkteren Zugang zum Rezipienten anstrebe (…).

Den direkteren Zugang (…) habe ich in der Verlegung meiner Arbeit in den öffentlichen Raum gefunden aus den folgenden Überlegungen und Erfahrungen heraus:


Thesen aus meiner bisherigen Praxis

Kunst ist für alle da

Wenn Kunst Menschsein bedeutet, weil wir alle fähig sind, zu schöpfen und zu reflektieren – ungeachtet von Geschlecht, Rasse, IQ oder Einkommen – ist sie nicht das Privileg weniger, sondern eine Gabe an alle und gehört deshalb an Orte wo sie zugänglich und Teil unseres täglichen Lebens ist.


Alle sind überall

Während Museen und Kunstausstellungen auch öffentliche Räume sind, repräsentieren sie doch eine geschlossene Welt die wir nur durch bewusste Entscheidung betreten. Und viele unter uns bleiben fern, weil sie die Kollision mit den Geistern Bildung und Status fürchten, die der Kunstwelt anhaften. Wenn aber Kunst Teil von uns allen ist, muss sie dorthin, wo die meisten von uns sind. Überall sind mehr Menschen unterwegs als in Kunstgalerien.


Überall entsteht Kunst

und stirbt im Museum. Museen dienen dem Wunsch nach Konservierung. Was in manchen Fällen sinnvoll ist, limitiert und verhindert aber in anderen die Interaktion mit Werken und nimmt ihnen so die Lebendigkeit die massgeblich zu ihrer Entstehung beigetragen hat: die Lebendigkeit des Künstlers, seiner Lebensumstände, (s)einer Zeit. Diese Lebendigkeit ist ihr Potenzial und geht in einer sterilen Umgebung zugrunde wie ein Kind mit dem man nicht spricht.

Muss ein Kunstwerk für die Ewigkeit sein? Für meine Praxis: nein. Kunst zeigt uns immer «das, was auch noch ist» neben der aktuellen Realität, die Möglichkeiten, die Visionen. Insofern sehe ich im Kunstwerk auch einen (im Alltag eingebetteten) Gebrauchsgegenstand, der einem Zweck dient, einen Katalysator, der im Heute, Hier und Jetzt etwas auslöst, damit seinen Zweck erfüllt und vergänglich ist. Und schliesslich kann sich das, was gehen darf, auch wandeln und in anderer Form wiederkommen.

In der Herauslösung der Kunst aus traditionellen Ausstellungsformen und ihrer Integration in alltägliche Situationen, Räume und Plätze sehe ich also die Möglichkeit, mehr Menschen zu erreichen, direkt zu berühren und innere Prozesse auszulösen.

(…)


Ellen Bratfisch, 2019



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